Es war einmal, es war keinmal. In einer großen, rosafarbenen Ebene, die voller Papierblumen war, lebte ein kleines Känguru namens „Hana“. Hana hatte sehr lange Beine, und mit jedem Sprung war es, als wollte sie die watteweichen Wolken erreichen. Sie hatte immer ein Lächeln auf den Lippen und hüpfte fröhlich zwischen den Blumen hin und her.
Hana hatte vorne an ihrem Bauch eine magische, schöne Tasche. Diese Tasche war nicht gewöhnlich; es war die „Tasche der Freundlichkeit“. Darin war sie voller funkelnder Sterne, bunter Bänder und zuckersüßer Kekse, die nach Erdbeeren dufteten. Jeden Tag füllte Hana diese Tasche mit guten Dingen, damit sie ihren Freunden Geschenke machen konnte.
Eines Morgens, als Hana gerade hüpfte, hörte sie eine leise Stimme. Sie sah ihre Freundin „Goli“. Goli war ein kleines weißes Kaninchen, das unter einem Jasminbusch saß. Goli wirkte ein bisschen traurig und hatte ihre langen Ohren hängen lassen. Sie hatte ein hübsches Band verloren, das sie sonst immer an ihrem Ohr trug.
Mit einem hohen Sprung war Hana bei Goli. Freundlich sagte sie: „Sei nicht traurig, meine Freundin! Ich habe etwas in meiner Tasche, das dich glücklich macht.“ Hana steckte ihre Hand in ihre magische Tasche und holte ein glänzendes, seidenweiches rosa Band heraus. Vorsichtig band sie Goli das Band ans Ohr.
Als Goli sich im Wasser einer kleinen Pfütze sah, rief sie vor Freude laut auf. Sie und Hana nahmen sich an den Händen und fingen an, zwischen den Blumen zu tanzen. Auch die Frau Sonne lächelte ihnen hinter den rosa Wolken zu und schenkte der Ebene ihre sanfte Wärme. Überall war es voller Freude und Freundschaft.
Hana ging weiter, bis sie an einer Trauerweide ankam. Dort sah sie einen kleinen Vogel namens „Parya“. Parya schlug mit den Flügeln, aber sie war müde. Sie wollte für ihr Nest weiche Halme sammeln, damit ihre Küken einen warmen Platz hätten, aber sie zu finden war schwer.
Hana steckte wieder ihre Hand in ihre Tasche der Freundlichkeit. Sie holte etwas weiche, regenbogenbunte Wolle heraus, die sie aus Traumwolken gesammelt hatte. Hana gab Parya die Wolle und sagte: „Nimm sie, liebe Parya! Damit wird dein Nest zum weichsten Ort der Welt.“ Parya zwitscherte fröhlich.
Parya nahm die bunten Wollfäden mit dem Schnabel und flog zu ihrem Nest. Hana winkte ihr von unten zu. Das Glück der anderen zu sehen, wärmte Hanas Herz. Ihre Tasche der Freundlichkeit wurde niemals leer, denn je mehr sie verschenkte, desto voller und strahlender wurde ihre Tasche.
Die Sonne sank langsam am Horizont, und der Himmel wurde lila und orange. Hana, die den ganzen Tag gerannt und gehüpft war, fühlte sich nun ein bisschen müde. Sie machte sich auf den Weg zu ihrem warmen, weichen Zuhause, das unter einer großen Sonnenblume war. Die Ebene versank in eine ruhige Stille.
Hana legte sich in ihr blütenblättriges Bett. Sie schloss die Augen und dachte an das Lächeln ihrer Freunde. Ihre Tasche der Freundlichkeit lag neben ihr, und ein sanftes Licht strahlte daraus. Ruhig schlief Hana ein, während sie wusste, dass auch morgen ein Tag voller Freundlichkeit und Abenteuer sein würde. Gute Nacht, liebe Hana!