In einem fernen Dschungel, wo die Wolken wie rosa Zuckerwatte-Flocken aussahen, lebte ein kleines Wildschwein namens »Geli«. Geli war überhaupt nicht wie die anderen Wildschweine. Sie hatte ein weiches, lilafarbenes Fell und steckte sich immer eine kleine Rose hinter das Ohr. Geli liebte es, über samtiges Gras zu laufen und an wilden Blumen zu schnuppern. Sie hatte ein freundliches und großes Herz.
Eines Morgens, als die Sonne mit ihrem goldenen Licht den Dschungel weckte, kam Geli zu einem seltsamen Baum. Dieser Baum hatte statt grüner Blätter silberfarbene Blätter, und an seinen Zweigen hingen glänzende, rosafarbene Äpfel. Geli sagte zu sich: »Wow! Was für schöne Äpfel! Die schmecken bestimmt himmlisch.«
Geli begann, die Äpfel zu pflücken. Sie pflückte sie einen nach dem anderen, ganz sorgfältig, und legte sie in ihren kleinen Korb, der aus Weidenzweigen geflochten war. Der Korb füllte sich mit leuchtenden Äpfeln, die nach Honig und Erdbeeren dufteten. Geli wollte diese Äpfel mit nach Hause nehmen, aber sie merkte, dass es keinen Spaß machte, sie ganz allein zu essen.
Auf dem Rückweg traf Geli »Pafak«. Pafak war ein kleines, weißes, flauschiges Kaninchen, das unter einem Blaubeerstrauch saß und ein bisschen traurig aussah. Geli blieb stehen und fragte: »Lieber Pafak, warum sitzt du hier ganz allein?« Pafak sagte: »Ich habe furchtbar großen Hunger, aber ich habe keine süße Frucht gefunden.«
Geli hielt sofort ihren Korb hin. Sie wählte den schönsten rosafarbenen Apfel aus und gab ihn Pafak. Geli sagte: »Komm, mein Freund, dieser Zauberapfel wird dich wieder fröhlich machen.« Pafak nahm den Apfel glücklich entgegen. Als er den ersten Bissen nahm, funkelten seine Augen vor Freude und seine langen Ohren wackelten vor Glück.
Geli ging weiter, bis sie an den Rand eines kristallklaren Flusses kam. Dort sah sie »Ti-Ti«, den kleinen blauen Vogel, der auf einem Stein saß. Ti-Ti schlug die Flügel zusammen und war traurig. Geli fragte: »Kleine Ti-Ti, was ist passiert?« Ti-Ti antwortete: »Ich wollte meinen Küken etwas Leckeres mitbringen, aber ich komme nicht an die Früchte hoch oben in den Bäumen heran.«
Geli nahm freundlich einen großen, reifen Apfel aus ihrem Korb und legte ihn auf einen Stein, damit Ti-Ti ihn leichter aufnehmen konnte. Geli sagte: »Bring das deinen hübschen Küken. Diese Äpfel schmecken nach Freude.« Ti-Ti hob den Apfel mit dem Schnabel hoch und sang, bevor sie davonflog, ein kurzes Lied, um Geli zu danken.
Jetzt war Gelis Korb ein bisschen leichter, aber ihr Herz war schwerer und wärmer als je zuvor. Sie ging unter eine Trauerweide, um sich auszuruhen. Das Kaninchen Pafak kam auch zu ihr. Sie setzten sich nebeneinander auf das weiche Gras. Geli nahm noch einen Apfel heraus und teilte ihn in zwei Hälften, damit sie ihn mit Pafak teilen konnte.
Der Himmel über dem Dschungel hatte sich violett und orange gefärbt. Geli blickte zu den kleinen Sternen, die nach und nach am Himmel erschienen. Da verstand sie, dass das Teilen der Äpfel viel mehr Freude macht, als alle ganz allein zu essen. Jeder Apfel, den sie verschenkt hatte, war zu einer süßen Erinnerung und zu einer neuen Freundschaft geworden.
Es war Zeit zum Schlafen. Das kleine Geli schloss die Augen und legte den Kopf auf die duftenden Blumen. Der ganze Dschungel roch jetzt nach Äpfeln und Freundlichkeit. Während sie von glänzenden Äpfeln und ihren guten Freunden träumte, schlief sie in vollkommener Ruhe ein. Gute Nacht, liebe Geli, gute Nacht, Dschungel der Träume.