Am Rand eines fernen Waldes stand ein kleines Haus, das einen sehr großen Garten hatte. In diesem Haus lebte ein kleines Mädchen namens „Nila“. Nila liebte Blumen und Bäume.
Wenn die Sonne müde wurde und hinter die Berge ging, um zu schlafen, geschah etwas Seltsames. Wenn die Nacht kam, begann Nilas Garten, statt dunkel zu werden, zu leuchten.
Nila rannte in den Garten. Sie sah, dass die rosa Rosen wie kleine Lampen leuchteten. Jede Blume, die Nila berührte, wurde noch heller und mondscheiniger.
Plötzlich kamen goldene Glühwürmchen aus dem Gras hervor. Sie kreisten um Nila und erhellten ihr den Weg wie kleine Sternschnuppen.
Mitten im Garten stand eine alte Weide. Aber das war keine gewöhnliche Weide! Die Blätter dieses Baumes schimmerten nachts silbern, und wenn der Wind wehte, klangen sie wie feine Glöckchen.
Ein großer, blauer Schmetterling, dessen Flügel wie Diamanten funkelten, setzte sich auf Nilas Schulter. Nila begann zu tanzen, und der Schmetterling schlug dabei mit den Flügeln.
Nila kam zum kleinen Teich in der Mitte des Gartens. Das Wasser war voller blauer, glänzender Bläschen. Sie nahm ein Bläschen in die Hand, und es blieb wie ein leichter Luftballon in der Luft schweben.
Ein kleines Sternchen, das vom Himmel heruntergerutscht war, kam herab und setzte sich auf Nilas Fingerspitze. Der Stern war sehr warm und freundlich und roch nach frisch gebackenen Keksen.
Langsam wurden Nilas Augen schwer. Der Zaubergarten flüsterte ihr ein ruhiges Schlaflied. Das Gras unter ihren Füßen war wie ein weicher, warmer Watte-Teppich.
Nila schlief zwischen den leuchtenden Blumen ein. Der Mond lächelte von oben auf sie herab. Der helle Garten blieb die ganze Nacht wach, um über Nilas süße Träume zu wachen. Gute Nacht, Nila, gute Nacht, schöner Garten.